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Der chinesische Evergrande-Konzern macht derzeit einige Turbulenzen durch. Experten warnen vor einem Kollaps. Droht China, und im weiteren Verlauf auch Europa, eine Rezession?

Too big to fail

Die Zahlen zuerst. Was ist der Evergrande-Konzern? Gemessen am Umsatz gilt die Evergrande Group als das zweitgrößte Immobilienunternehmen in China. Der BBC zufolge gehören Evergrande Real Estate aktuell mehr als 1.300 Projekte in 280 Städten in ganz China. Gegründet wurde sie 1996 in Südchina vom Geschäftsmann Hui Ka Yan.

Das Problem der Gruppe besteht nun darin, dass sie auf eine sehr aggressive Expansionsstrategie setzte. In den vergangenen Jahren hat Evergrande Kredite im Wert von mehr als 300 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Nachdem Peking im letzten Jahr neue Regeln zur Kontrolle von großen Immobilienunternehmen einsetzte, versuchte Evergrande, viele Grundstücke zu verkaufen, um sich über Wasser zu halten. Das Problem dabei: Viele davon gingen zu für Evergrande ungünstigen Rabatten über den Tisch. Und jetzt hat das Unternehmen Probleme damit, die Zinsen auf seinen Krediten zu bezahlen. Der Aktienkurs sank im Verlauf des Jahres 2021 um rund 75 Prozent, weltweit stuften die Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit des Unternehmens herunter. Das berichtete die Tagesschau.

Auswirkungen auf China

Ein Kollaps der Evergrande Group betrifft zunächst einmal die Arbeiter von Evergrande selbst. Angeblich ging ein Teil der insgesamt 200.000 Mitarbeiter bereits auf die Straße, weil Löhne nicht ausgezahlt worden seien. Chinesen, die bereits Wohnungen bezahlt haben und diese nun nicht bekommen, stehen vor finanziellen Verlusten. Und zuletzt hätte Evergrandes Fall Auswirkungen auf das chinesische Finanzsystem. Medienberichten zufolge schuldet die Gruppe 171 einheimischen Banken und 121 Finanzunternehmen Geld.

Auswirkungen auf Europa

Europa und die Vereinigten Staaten sollen von einer möglichen Krise allerdings weniger betroffen sein. „Für Europa kann ich sagen, dass das direkte Engagement begrenzt ist“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde dazu. Die Probleme seien eher auf China konzentriert. Allerdings habe die EZB einen genauen Blick auf die Entwicklung in China. Ähnlich drückte sich Jerome Powell aus, der Chef der US-amerikanischen Federal Reserve. Die Schweizer Notenbank SNB allerdings warnte laut dem Spiegel davor, die Situation zu verharmlosen und darauf zu vertrauen, das Problem bleibe auf China beschränkt.

Titelbild: © Romolo Tavani / stock.adobe.com
Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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